Geschichte

Gutendorf mit seinen rund 230 Einwohnern befindet sich im westlichsten Teil des Kreises Weimarer Land, ca. 6 km von Bad Berka entfernt.

 

Vom 471 m hohen Rüttelsberg, dem Hausberg der Gutendorfer, hat man bei guter Sicht einen herrlichen Blick weit in das Thüringer Land, insbesondere zum Thüringer Wald mit Inselsberg und in das Saaletal sowie zum Brocken.

 

Gutendorf wurde 1342 in einer Urkunde des Landgrafen Friedrich II. von Thüringen erstmals erwähnt und gehörte zur Herrschaft Tonndorf, kam aber mit dieser 1346 nach dem Grafenkrieg an Erfurt als Mainzer Lehen. In den weiteren Jahren wechselte die Zugehörigkeit Gutendorfs zwischen Sachsen (1592), Erfurt (1680) und Sachsen-Weimar (1815). Anschließend gehörte es zum Verwaltungsbezirk Weimar (1850), ab 1922 Landkreis Weimar.

 

Mit der Neueinteilung des Landes Thüringen 1950/52 in die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl wurde Gutendorf im Bezirk Erfurt dem Kreis Weimar zugeordnet, ab 1994 Kreis Weimarer Land mit der Kreisstadt Apolda. In jenem Jahr schloss sich Gutendorf an die Verwaltungsgemeinschaft "Grammetal" an. Seit 1. Dezember 2008 ist Gutendorf Ortsteil der Einheitsgemeinde Bad Berka.

 

Kriege, die "Thüringer Sintflut", Unglücksfälle und Katastrophen haben auch vor den Toren Gutendorfs nicht halt gemacht. So litt der Ort im 30jährigen Krieg, aber auch die Kriege 1806 und 1813 hinterließen ihre Spuren.

 

Kunstgeschichtliches Interesse erweckt die kleine Kirche auf dem teilweise ummauerten einstigen Friedhof. Die Kirche ist dem Heiligen Severinus geweiht, und heißt deshalb Severinuskirche. Sie ist als spätromanische Chorturmkirche im 13. Jahrhundert geschaffen und 1692 und 1714 barockisierend umgebaut worden. Der Innenraum wird von einem Tonnengewölbe überspannt und vom barocken Umbau bestimmt. Kanzelaltar, Taufstein und Doppelemporen stammen aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

 

Ebenso interessant sind am Haus Nr. 13 das noch erhaltene Kalksteinportal aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und das 1804 erbaute Haus Nr. 35 mit seiner Sonnenuhr über dem Portal.

 

Die Landwirtschaft bildete die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung Gutendorfs. Aber auch Wald- und Steinbrucharbeiten trugen zum Broterwerb bei. Bergmännische Schürfversuche im Jahr 1862 liefen erfolglos aus.

 

Mit der Wiedervereinigung taten sich in Gutendorf neue Möglichkeiten auf. Viele Bürger setzten ihre Häuser weiter instand oder verbesserten ihre Wohnqualität. Die attraktive landschaftliche Lage und die Nähe zu Erfurt und Weimar trugen zur Entstehung von schmucken Neubauten in der Hinterdorfstrasse und an weiteren Standorten bei.

 

Die Kirche wurde saniert. Im Rahmen der Dorferneuerung konnten die Dorfstrassen grundhaft ausgebaut, Gehwege und Hofeinfahrten gepflastert, Wasser- und Abwasserleitungen erneuert, die Leitungen von TEAG und Telekom unter die Erde verlegt werden. Der für die Abwasserbehandlung angelegte Oxydationsteich ist auf dem neuesten Stand der Technik.

 

Auch der Dorfplatz erhielt mit Bänken, Leierborn, Waidstein und neuen Buswartehäusern eine völlig neue Gestaltung.

 

Das 1976 gebaute und in den vergangenen Jahren sanierte Kulturhaus ist Zentrum der Freizeitaktivitäten im Ort. In ihm befinden sich mehrere Räumlichkeiten sowie ein großer Saal, die einzeln oder komplett auch für Feiern und Familienfeste gemietet werden können.